Geschichte
Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hohensolms
(aufgearbeitet von Timo Zimmermann, Hohensolms)
Wann es zum ersten Mal eine Feuerwehr in Hohensolms gegeben hat, läßt sich nicht mehr genau feststellen. Nach der „Preußischen Feuerschutzverordnung“ war es jedoch üblich, daß jeder Hausbesitzer Mitglied in einer Pflichtfeuerwehr war.
Das Aktenmaterial der ehemaligen Bürgermeisterei läßt erkennen, daß schon um 1900 eine Feuerwehr bestanden haben muß. Aus dem Jahr 1913 ist überliefert, daß sich diese am Löschen eines Brandes auf dem fürstlichen Hofgut beteiligte, und alte Aufnahmen aus der Zeit vor 1920 zeigen ein für die damalige Epoche typisches Leitern- und Spritzenhaus unterhalb der Kirche.

Die heutige Freiwillige Feuerwehr wurde am 18. Juni 1926 von 32 Männern auf Initiative des Bezirksschornsteinfegermeisters Josef Friesenhahn gegründet. Der aus Koblenz stammende Friesenhahn hatte sich seinerzeit in vielen Dörfern der Umgebung aktiv dem Brandschutz gewidmet. In Hohensolms übernahm er zunächst auch das Amt des ersten Wehrführers, welches er bis 1928 bekleidete. Friesenhahns Nachfolge trat sein bisheriger Stellvertreter Friedrich Biek an, der die Feuerwehr bis zum Kriegsbeginn 1939 anführte.
Größere Brände waren in den Anfangsjahren der Wehr nur zwei zu verzeichnen. Im Jahre 1939 brannte eine Scheune der Helene Läufer in der Hintergasse ab. Nur zwei Tage später entzündete sich die Nachbarscheune des Heinrich Zimmermann (Haus Nr. 40). In beiden Fällen konnte die Hohensolmser Feuerwehr die Brände schnell lokalisieren und Schlimmeres verhüten.
Kurz darauf mußte die aktive Tätigkeit der Feuerwehr eingestellt werden, da die wehrfähigen Männer zum Militär eingezogen wurden und an die Front mußten.
Nach dem Kriegsende 1945 mußte das Brandschutzwesen unter schwierigsten Bedingungen wieder ganz neu aufgebaut werden. Da zahlreiche Männer noch in Gefangenschaft waren, fehlte es zunächst an Kräften für eine Einsatzabteilung. Einem schriftlichen Vermerk des damaligen Bürgermeisters vom 26. November 1945 zufolge, standen in jener Zeit lediglich 25 Männer für eine Feuerwehr zur Verfügung. Zusätzlich sollten sogenannte Dorfwachten auf Freiwilligenbasis gegründet werden, für welche in Hohensolms 30 Männer in Frage kamen. Fahrzeuge besaß man damals allerdings noch nicht. Lediglich eine Kleinmotorspritze stand zur Verfügung.

Am 11. Februar 1948 versammelten sich die aus Krieg und Gefangenschaft zurückgekehrten Kameraden, um ihre Feuerwehr wieder aufleben zu lassen. Erster Wehrführer nach dem Krieg war bis 1960 Gustav Hemmelmann, dem von 1960 bis 1978 Fritz Cloos folgte. Weitere Wehrführer waren Willi Andree (1978-1988), Reinhold Hartmann (1988-1999) und Jörg Leiter (1999-2004). Im Jahre 2004 wurde der jetzige Wehrführer Lars Spitznagel in sein Amt gewählt.
Eine Niederschrift aus dem Jahr 1962 gibt die damalige Mitgliederzahl mit 65 Personen an, berichtet jedoch weiter, daß diese Zahl von Jahr zu Jahr im Steigen begriffen gewesen sei.
1966 konnte man das 40jährige Bestehen der Feuerwehr feiern. Damit verbunden war auch die feierliche Einweihung eines neuen Gerätehauses oberhalb des damaligen Schulgebäudes. Dieses Gerätehaus wurde 1979 durch den Ausbau eines rückwärtigen Stalls noch einmal erweitert.
Zu einem Großbrand mußte die Feuerwehr am 12. Februar 1972 ausrücken, als im historischen Ortskern das Anwesen des Landwirts Josef Simon ausbrannte. Das Vieh und ein Großteil des Hausrats konnten zwar gerettet werden, doch die Erntevorräte und Maschinen wurden ein Raub der Flammen, bzw. des Löschwassers. Die Brandbekämpfung erstreckte sich über mehrere Stunden, da im Dachgebälk immer wieder Flammen aufloderten. Das alte, aus Wohnhaus, Scheune und Stallungen bestehende Fachwerkgehöft mußte nach dem Feuer abgebrochen werden.
Vom 12. bis 14. Juni 1976 konnte das 50jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr mit einem Festakt und einem Umzug gefeiert werden.
1979 wurde auf Anregung von Wehrführer Cloos ein Schlauchwagen angeschafft, den man 1986 durch einen Unimog ersetzte.

1988 erhielt die Feuerwehr ein Tragkraftspritzenfahrzeug, das den Brandschützern im Rahmen einer kleinen Zeremonie durch Bürgermeister Netz offiziell übergeben wurde. Der 1986 angeschaffte Unimog wurde 1998 durch einen neuen Schlauchwagen vom Typ SW 1000 ersetzt, für dessen Umbau die Gemeinde 40.000 Mark zur Verfügung gestellt hatte. Mit diesem Fahrzeug ist die Wehr in der Lage, auch bei Bränden im Wald sowie auf entlegenen Gehöften schnell einzugreifen.

Am 10. Februar 1986 mußte die Feuerwehr Hilfe beim Großbrand eines Wohnhauses im Höhenweg leisten.
Das 60jährige Jubiläum wurde im Rahmen eines Familienabends am 6. Dezember 1986 in der Gastwirtschaft Führer gefeiert.
Am 1. Juni 1990 erfolgte die Gründung einer Jugendabteilung, die in der Zwischenzeit zu einem festen Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr Hohensolms geworden ist.
Das Jahr 2000 brachte die Gründung eines Feuerwehrvereins. Im selben Jahr wurde auch der Bewilligungsbescheid für den Bau eines neuen Gerätehauses am Scheuernwald erteilt. Damit konnte endlich ein Ersatz für das seit 1966 genutzte und zwischenzeitlich viel zu eng gewordene Feuerwehrgebäude oberhalb des Gemeindehauses geschaffen werden. Die für das Projekt benötigten Geldmittel waren bereits seit längerem im Haushalt der Gemeinde bereitgestellt. Lediglich die Genehmigung des Landes hatte noch ausgestanden. Im Jahr darauf konnte mit den Arbeiten begonnen werden. Insgesamt 1.576 Arbeitsstunden investierten die Feuerwehrleute in den Neubau. Auch ein Teil des Scheuernwaldes mußte gerodet werden, um Platz zu schaffen. Am 15. September 2002 konnte das rund 300.000 Euro teure Gebäude feierlich eröffnet werden. Mit diesem verfügt die Feuerwehr nun über einen geräumigen Stützpunkt, der genug Platz für zwei Einsatzfahrzeuge, Schulungs- und Sozialräume bietet.
2003 erfolgte die Gründung einer „Mini-Feuerwehr“, um schon die Kleinsten an die Feuerwehrarbeit heranzuführen.
Mit rund 140 Mitgliedern zählt die Freiwillige Feuerwehr heute zu den größten Vereinigungen im Ort. Anstelle der klassischen Brandschutzbekämpfung muß sie heute vor allem technische Hilfe leisten. Neben dieser eigentlichen Feuerwehrarbeit leistet sie jedoch auch einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens. So organisiert zum Beispiel die Jugendabteilung traditionell das Osterfeuer auf dem Hals, das im Jahre 2004 bereits zum zwölften Male unter reger Beteiligung der Bevölkerung entzündet werden konnte. Die Alters- und Ehrenabteilung ist ebenfalls auf vielfältige Weise aktiv. Regelmäßige Übungen und Schulungen der aktiven Mitglieder dienen dem Erhalt der Einsatzfähigkeit. Fahrten, Wanderungen und Familienabende runden das Angebot an Aktivitäten ab. |